Marion Bergmann

Aus dem Tagebuch einer Toten

Die Briefe der Diotima

Zwei Tote, zwei Lebende -

ein jeder von ihnen ist in dieser Erzählung auf eine geheimnisvolle Weise

zweihundert Jahre nach dem Leben Friedrich Hölderlins

mit diesem Dichter verbunden.

Erfindung gehört als Wahrheit

zur Wirklichkeit. So erfährt der Mensch das Leben.

Jegliche Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist ein Spiel der Zufälle.

Die Ähnlichkeiten sind so beliebig, wie das Schicksal es will.

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"Borderline" Arbeitstitel

Charakterstudie, Roman

Textauszug:

Es waren merkwürdige Dinge geschehen, Dinge, die die bekannte Ordnung eines Dorfes an der Ostküste Deutschland durcheinander brachten und die Brötchen eines kleinen Bäckerladens zu einer begehrten Ware werden ließen. Hartwig Schwertträger, der Mann, der ohne Schatten gesehen wurde, könnte der Mann von nebenan sein. Er ist überall. Er spiegelt jeden Menschen vordergründig und missversteht alle. Er ist ein Blender. Er schafft es immer, Schuldige zu benennen. Im Zweifelsfall verschwindet er. Er praktiziert das Nichts, die Maja, die Leere der Dinge. Er verkauft sich als das Zentrum aller Erkenntnisse. Er weiß, was er will, und morgen will er anderes. Er preist den Himmel und dient der Hölle. Für ihn gibt es nur zwei Farben: die nicht-Farben: schwarz oder weiß.

Er könnte ein Individuum sein oder mehr als das... - vielleicht ein Zeitgeist, vielleicht ein Kontinent oder eine globale Krise, eine Krise des Bewusstseins...ein individueller oder ein globaler Unglücksfall...

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Copyright 2004 Marion Bergmann